Wanderhütten

Sollten Sie in der Rhön zu Fuß unterwegs sein, dann planen Sie unbedingt eine Einkehr in eine der zahlreichen Wanderhütten ein. Genießen Sie die hinreißende Aussicht bei einem erfrischenden Getränk und zünftigen Rhöner Gerichten. Übrigens können Sie auch in einigen Häusern übernachten.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt im "Land der offenen Fernen"!

Wanderhütten, Hütten in der Rhön

Roßhofhütte bei Roßdorf

Ein Platz an der Sonne

Dort, wo der Thüringer Wald von Weitem grüßt, wo Wälder, Wiesen und Bergeshöhn in den schönsten Grüntönen das Auge erfreuen, steht hoch oben die Roßhofhütte. Der Roßberg bietet der Wanderhütte einen stillen Platz auf rund 500 Höhenmetern. Wer von dort den Blick in die Ferne schweifen lässt, versteht, warum Thüringen auch als „das grüne Herz“ von Deutschland bezeichnet wird.

Dem Wanderer wird eine freie Sicht auf die Stoffelskuppe und den Pleß geboten. Meint es das Wetter besonders gut, ist auch der Inselsberg zu sehen. Wer die Augen schließt, spürt die wohltuende Ruhe, die dann und wann durch das sanfte Traben der Pferde unterbrochen wird. Oft kommen die Reitersleute zum Roßhof. Hier finden die Pferde einen Stellplatz, bevor die Reiter selbst in die gemütliche Hütte einkehren, sich neben Radfahrer und Wanderer gesellen. Für sie alle ist die Roßhofhütte ein beliebtes Ausflugsziel. Am Kamin ist Platz für 24 Gäste, die eine gute Auswahl an selbstgebackenem Kuchen erwartet, ebenso Bockwurst und so manche hausgemachte Suppe.

Strom, Wasser, Toilette, sogar eine Dusche gibt es in der Hütte, die unter dem Dach Übernachtungsmöglichkeiten bereithält.  Draußen lässt es sich herrlich sitzen, toben und spielen. Platz ist genügend da, ebenso ein neuer Spielplatz im keltischen Stil, der im Auftrag des Rhönforums entstanden ist. Neben der Wanderhütte selbst gibt es eine Festscheune. Als offener Stall waren hier einst Kühe untergebracht. Heute ist es ein geschlossenes Gebäude, mit Theke und Bühne für zirka 120 Personen.

Jedes Jahr an Himmelfahrt wird auf dem Roßhof ein Gottesdienst gefeiert. Auch das Roßhoffest gehört mittlerweile zu Tradition. Die Mitglieder des Vereins sind es, die das einstige Gesindehaus zur Wanderhütte umgebaut haben und jeden Sonntag dort die Gäste begrüßen.

Der Roßhof hat eine jahrhundertealte Geschichte, die im Mittelalter begann. Zwischen 1333 und 1335 wurde eine Villa Rossberg erstmals urkundlich erwähnt. Villa bedeutet hier so viel wie „kleine Siedlung, Weiler". Der Ort dürfte im 13. Jahrhundert angelegt worden sein, in der letzten Phase des mittelalterlichen Landesausbaus. In jener Zeit wurden auch sehr ungünstig gelegene Flächen unter den Pflug genommen. Aus der späteren Überlieferung geht hervor, dass zu dieser Kleinsiedlung der Roßhof und der bereits 1785 abgerissene Kohlbachshof gehörten. Über viele Jahrhunderte gab es in Roßdorf zwei Rittergüter, eines davon gehörte von Geysosche, zu denen der Roßhof gehörte. Nach 1945 wurde dieses Vorwerk vom VEG und später von der LPG genutzt. Viele der ursprünglichen Gebäude stehen heute nicht mehr, auch das einstige  Wohnhaus wurde längst abgerissen.

Das, was geblieben ist, wird gepflegt und somit weiterleben, dafür sorgen die Vereinsmitglieder und die Rhöngemeinde Roßdorf. Dort, auf dem Dorfplatz, steht eine Tafel, die auf den 701 Meter hohen Roßberg und auf die Wanderhütte hinweist. Hier können die Wanderer ihre Autos parken und der Ausschilderung zu den beiden Roßdorfer Rundwanderwegen folgen. Vom Dorf selbst sind es  45 Minuten zu Fuß, ebenso ist der Roßhof von Hümpfershausen in etwa zur gleichen Zeit erreichbar. Von Kaltenlengsfeld aus, dem Rhön-Rundwanderweg folgend, muss eine gute Stunde eingeplant werden. Während es von der Roßhofhütte bis zur ähnlich klingenden Roßberghütte (Onkel Toms Hütte) oberhalb von Wiesenthal nur 15 Minuten sind. Auch vom Vorderrhönweg, eine Extratour des Hochrhöners, ist der Roßhof als Abstecher schnell erreicht, ebenso vom Rhönpaulus-Weg, der ganz in der Nähe vorbeiführt.

Wenn die Blätter fallen und der Schnee die Wiesen, Wälder und Bergeshöhn bedeckt, ist ein Besuch auf dem Roßhof empfehlenswert. Die drei Kilometer lange Strecke von Roßdorf aus wird geräumt. Dieser Weg ist auch für Radfahrer, die vom Rosatalradweg kommen, bestens geeignet. Umgeben von Wiesen und Wäldern schlängelt er sich hinauf zum Roßhof. Nur auf dem letzten Kilometer ist der Anstieg zum Berg spürbar. Doch es lohnt sich in jedem Fall. Nicht nur wegen dem Gefühl, mitten im grünen Herzen Deutschlands zu sein. Für viele Wanderer ist der Roßhof ein wahrer Platz an der Sonne, die hier von morgens bis abends ungehindert scheinen kann.

Text/Fotos: Katja Schramm

Geschichtsquelle: Achim Fuchs

Kurzum: Roßhofhütte

ganzjährig geöffnet,

immer sonntags ab 11 Uhr



98590 Roßdorf

Tel: 036968 / 5080
Fax:
E-Mail:
Internet: externer Link


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