Planetenwanderweg
Planetenwanderweg

Wie kann man sich die astronomischen Größenverhältnisse anschaulich und vorstellbar machen? Als Ausgangspunkt für einen solchen Planetenweg bot sich die Wernher-von-Braun-Schule in Neuhof an, die in idyllischer Lage am Waldrand weithin sichtbar am Opperzer Berg über der Kaligemeinde thront.

Da sich alle unsere neun Planeten um die Sonne drehen, wurden konzentrische Kreise auf Landkarten um den Mittelpunkt Schule gezogen, entsprechend der mittleren Entfernung Sonne - Planet. Interessant ist, dass z.B. die Saturnbahn auf dem Neuhofer Rathaus, die Uranusbahn auf unserem "Kaliberg" zu liegen kommt. Von Kalbach-Eichenried als Außenstation (Pluto) hat man einen herrlichen Panoramablick über Wasserkuppe, Milseburg, Kuppenrhön, Rauschenberg, Fulda, Landrücken bis zum Hoherodskopf im Vogelsberg und natürlich über das gesamte Sonnensystem. Im Zentrum thront als "Sonne", die nach dem Pionier der Weltraumfahrt Wernher von Braun benannte Schule.

Als Wanderroute entschied man sich für den Waldrand und nicht für den großflächigen finsteren Wald oder das stark befahrene Kalbachtal. Von der jeweiligen Station kann man die Ausblicke auf andere Stationen und die herrliche Mittelgebirgslandschaft genießen. Entlang von elf bedachten Schautafeln (Sonne, Mond und neun Planeten) kann jeder Interessierte unser Sonnensystem erwandern und auch die riesigen Entfernungen körperlich erfahren. Diese Schautafeln vermitteln, neben wesentlichen Informationen und Daten, in für den Laien verständlicher Form, auch einen intensiven visuellen Eindruck durch zahlreiche beigefügte Fotos. Die massiven Informationstafeln sind entlang des Weges aufgestellt, wobei auf maßstabsgerechte Entfernungen und Darstellungen geachtet wurde.

So befindet sich die Mondtafel in genau 38 cm Entfernung von der Erdtafel und 150 m Luftlinie von der Sonnentafel; das maßstabsgerechte 3 mm große Mondkügelchen wurde über dem Text an der Schautafel angebracht. Anhand der Tafeln sollen nicht nur Astronomiefreunden die Dimensionen des Kosmos vermittelt werden. Auch die Gäste der vielbesuchten Landgasthöfe der Gemeinde Neuhof sind eingeladen, den Weltraum zu erforschen. Überträgt man das Sonnensystem auf heimische Verhältnisse, so schwebt die zur Zeit sehr aktive Sonne als 1,39 m großer Ball über der Wernher-von-Braun-Schule. Diese Verhältnisse erhält man, wenn man die Sonne im Maßstab 1:1 Milliarde Meter verkleinert. Den gleichen Maßstab wendet man an, wenn man etwa die Strecke Neuhof - Florenz (= ca. 1000 km) auf 1 mm schrumpfen lässt. Jeder Schritt von 1 m lässt den Besucher 1 Million km hinter sich bringen. Nur 58 m Luftlinie von der Sonne entfernt wieselt der knapp 5 mm große Merkur in 88 Tagen um die Sonne. Die als Abend- und Morgenstern bekannte Venus befindet sich ebenfalls oberhalb des Busparkplatzes der Schule als 1,2 cm großes Kügelchen - in 50 m Entfernung vom Merkur (Entfernung zur Sonne 108 m). Ganze 150 m von der Sonne entfernt umkreist sie dann eine 1,27 cm große "Kirsche" - unsere Erde. In knapp einem Monat wird sie in 38 cm großer Entfernung vom 3 mm großen Mond umrundet.

Bei einer Wandergeschwindigkeit von 4 km/h nähert sich der Spaziergänger - übertragen auf die kosmische Ebene - mit vierfacher Lichtgeschwindigkeit dem fast 7 mm großen Mars, der in nur 228 m Entfernung vom Ausgangspunkt am Waldrand in der Nähe der Hochspannungsleitung die Sonne umwandert. Schon im Wald Richtung Niederkalbach auf einer kleinen Lichtung umrundet der 14,4 cm große Riesenplanet Jupiter mit seinen 39 Monden in 778 m Entfernung unser Zentralgestirn. Sein größter Mond Ganymed ist mit 5,2 mm größer als unser Erdmond und sogar Merkur. Am Waldrand oberhalb des Neubaugebietes Niederkalbach in der Nähe des Bienenhäuschens hat man von der Saturnstation einen herrlichen Ausblick auf Kalbach und die äußeren Planeten. Dieser 12,1 cm große Ringplanet umrundet mit seinen 30 Monden in knapp 29 Jahren die Sonne.

Nach Erreichen der Waldstraße in Niederkalbach muss man bis zum Friedhof nach Mittelkalbach hinabsteigen, wo man auf den 5,2 cm großen Uranus trifft, der sich in 84 Jahren einmal um unser Zentralgestirn bewegt. Über den Mühlenweg in Mittelkalbach, nach Überqueren der Kalbachfurt und dem Passieren der Mühlhanse Mühle erreicht man den nur wenig kleineren Neptun, der beim Berghäuschens in der Nähe der Eisenbahnbrücke die Sonne in 165 Jahren umrundet. Um den nur 3 mm großen Pluto zu finden, müssen wir nun von der Landstraße nach Veitsteinbach über die "alte Straße" nach Eichenried auf das Plateau kurz vor Eichenried bei der alten Schule hinaufsteigen.

Hier umkreist der erst 1930 entdeckte Winzling zusammen mit seinem Mond Charon in 250 Jahren die Sonne. Die Entfernung zur Sonne erscheint uns mit fast 6 Mrd. km gewaltig, zumal ein Raumschiff für diese Entfernung ca. 12 Jahre bräuchte. Und doch schrumpft unser Sonnensystem auf eine Winzigkeit, wenn man unsere Nachbarsonne Proxima Centauri (proxima = lat. die Nächste) ansteuert. Bei unserem Planetenmodell müsste man einmal um die ganze Erde laufen und 43 000 km zurücklegen, um nachzusehen, ob dieses Sonnensystem Planeten wie unsere Erde aufweist. In der Realität bräuchte ein moderes Raumschiff für diese Strecke zur Nachbarsonne ca. 100.000 Jahre. Trotz Veranschaulichung im Modell darf man nicht vergessen, dass das Sonnensystem nur eines von 100 Milliarden Systemen in unserer Milchstraße darstellt und dass unsere Milchstraße nur eine von 100 Milliarden Galaxien ist. Kostenlose Führungen entlang dieses Weges werden von Herrn Schad angeboten.

Weitere Infos über den Planetenwanderweg finden Sie hierexterner Link.

 

Planetenwanderweg
Kronhofstr. 24
36119 Neuhof
Tel: 0 66 55 - 7 37 77
Fax: 0 66 55 - 7 37 77
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