Deutsches Fahrradmuseum

Außenansicht Fahrradmuseum
Außenansicht Deutsches Fahrradmuseum
20-er Jahre Raum des Fahrradmuseums
20er Jahre Raum

Im Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau wird seit 2004 anhand von über 230 historischen Fahrrädern die spannende Geschichte des Fahrrades aus fast 200 Jahren gezeigt.

Waren Sie schon mal in Bad Brückenau?

Zugegeben, Bad Brückenau ist keine Metropole, denn in einer solchen vermuten die meisten Menschen den Standort eines nationalen Museums. Aber dennoch hat sich seit über fünf Jahren in der Mitte Deutschlands ein Privatmuseum etabliert, das seinesgleichen sucht. Obwohl in vielen Technikmuseen die Fahrradgeschichte anhand einiger Exponate, meist als Vorläufer des Motorrades, präsentiert wird, gab es bis zum Jahr 2004 kein spezielles Museum für die „wichtigste Erfindung des Jahrhunderts“, als die das Fahrrad laut einer Umfrage des Fernsehmagazins „Galileo“ im Jahr 2002 gekürt wurde.

Warum? Das Fahrrad ist ein Gebrauchsgegenstand, der im Bewusstsein der Menschen so selbstverständlich und alltäglich ist, dass das muskelbetriebene Zweirad nicht den elitären Stellenwert anderer technischer Erfindungen, wie z. B. des Automobils, hat, den es aber ohne Zweifel verdient. Denn die revolutionäre Erfindung des Freiherrn von Drais, die Laufmaschine, markiert um 1817 den Ursprung des individuellen Landverkehrs. Erst mit dem lenkbaren Einspurfahrzeug des badischen Forstmeisters ist es für den Menschen mit seiner begrenzten Kraft möglich, eine Maschine zur Fortbewegung zu nutzen. Wenn man diese erstaunliche Erkenntnis im ersten Raum des Deutschen Fahrradmuseums erlangt hat, geht es auch schon genauso spannend weiter in der Fahrradgeschichte. Bei Drais erfolgt der Antrieb noch direkt mit den Füßen auf der Erde, erst etwa 40 Jahre später wird die Konstruktion verbessert, indem der Antrieb mit Kurbeln direkt in der Vorderradachse erfolgt. Bis zu dieser naheliegenden Entwicklung war es also ein relativ langer Weg.

Viele Hintergrundinformationen erfährt man beim Rundgang im Deutschen Fahrradmuseum. Auch die Gründe, warum das Hochrad, das bekannteste historische Fahrrad, entstanden ist, und warum es eine technische Sackgasse war, weiß der Besucher nach der Besichtigung des Deutschen Fahrradmuseums. Insgesamt über 230 Fahrräder aus allen Epochen sind auf zwei Etagen des ehemaligen Hotelvillengebäudes von 1908 zu sehen. Die Zeitreise wird anhand von Wandillustrationen, umfangreichen Textinformationen, historischer Reklame und zahlreichen kunstgewerblichen Gegenständen in den Vitrinen nachvollziehbar und vermittelt einen Eindruck, welchen Stellenwert das Fahrrad für die Menschen im Laufe der Geschichte hatte. Vom Wertgegenstand und Prestigeobjekt um die Jahrhundertwende über das Verkehrsmittel für alle in den 20er Jahren, bis zum Niedergang in den 60er Jahren durch den Siegeszug des Autos als Verkehrsmittel Nr. 1, bis zur Renaissance in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, bedingt durch Ölkrise und Fitnesswelle.

Wenn Sie jetzt Lust auf Fahrrad bekommen haben, lohnt sich ein Ausflug nach Bad Brückenau also in mehrfacher Hinsicht: denn neben dem Deutschen Fahrradmuseum, in dem auch die „Benzinfraktion“ mit ca. 40 Fahrradhilfsmotoren und Kleinmotorräder auf ihre Kosten kommt,  begeistert das Staatsbad Bad Brückenbau die Besucher mit seinem einzigartigen, von König Ludwig I. geschaffenen, architektonischen Kurensemble im landschaftlich reizvollen Sinntal.

Das Team des Deutschen Fahrradmuseums berät Sie gerne, wenn es um die Planung eines Treffens oder eine Ausfahrt mit Freunden und Gleichgesinnten geht, auch um eine Führung durchs Museum zu reservieren, rufen Sie an!

Und vielleicht sitzen Sie nach dem Museumsbesuch auf der Cafeterrasse in der warmen Nachmittagssonne, lassen die Eindrücke noch mal Revue passieren, genießen den Blick auf den Kursaal, in dem schon König Ludwig I. rauschende Feste gefeiert hat, und wundern sich, warum Sie diesen Ort nicht schon früher besucht haben.


Heinrich-von-Bibra-Str. 24

97769 Bad Brückenau

Tel: 09741 - 9382-55
Fax: 09741 - 9382-54


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