Das Fulda-Gap - Die Rhön als Korridor in den Westen

Der US-amerikanische Beobachtungsstützpunkt "OP Alpha", an der Nahtstelle der militärischen Blöcke, lag mitten im sogenannten "Fulda-Gap" (Fulda-Lücke) zwischen Rasdorf in Osthessen und Geisa in Thüringen. Seit Mitte der 60er Jahre wurden dort zwischen 40 bis 200 Soldaten des 14. bzw. 11. Panzeraufklärungsregiments der US-Army entlang der innerdeutschen Grenze stationiert. Hauptsitz der Aufklärungs- und Patrouillendienste war in Fulda.

Point Alpha Die "Fulda-Lücke" galt nach Ansicht vieler Militärhistoriker als die wahrscheinlichste der vier möglichen Einfallschneisen des Warschauer Paktes in die Bundesrepublik Deutschland. Hier, an der "Wespentaille" der Bundesrepublik, wo der Ostblock am weitesten in den Westen hineinragte, hätten die Angreifer binnen 48 Stunden an den Rhein vorstoßen und die Hauptstandorte des amerikanischen 5. Korps ausschalten können. In einem Gebiet von nur wenigen hundert Quadratmetern standen sich über Jahrzehnte mehr als 150.000 Soldaten und etwa 4.000 Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge gegenüber.

Nach allem, was aus der zeitgeschichtlichen Forschung bekannt ist, wären sowohl beim Angriff als auch bei der Verteidigung atomare Gefechtswaffen zum Einsatz gekommen. Somit wäre das Gebiet rund um die Rhön, den Spessart und den Vogelsberg in eine nukleare verstrahlte Wüste verwandelt worden. So war z.B. das nordhessische Treysa ein "Sonderwaffenlager" für atomare Artillerie. Auf dem Fliegerhorst Altenburg-Nobitz in Ostthüringen hatte die sowjetische Luftwaffe nach neusten Recherchen 30 taktische atomare Freifallbomben für den Gefechtsfeldeinsatz gebunkert. Diese hatten mit einer Sprengkraft von 30 kt mehr als doppelt so viel Zerstörungswirkung wie die Hiroshima-Bombe.