Wo die Irrlichter tanzen
Naturkundliche Führung im Roten Moor

Rhön, August 2014

Kaum eine Landschaft ist so mit Sagen, Mythen und leichtem Schaudern verbunden, wie das Moor. In der Rhön kann man gleich zwei Hochmoore ganz gefahrlos entdecken: das Rote und das Schwarze Moor. Beide durchquert man sicher auf Bohlenpfaden.

Auch im Land der offenen Fernen ranken sich viele Geschichten um die Hochmoore. So sind dort der Sage nach Ortschaften versunken, weil die Einwohner einen lasterhaften Lebenswandel führten. Die Seelen der Versunkenen tanzen heute als Irrlichter über die Landschaft. Die Entstehung der Moore hingegen schrieb man dem Teufel zu: Er habe unterirdisch Wasser vom Meer in das Mittelgebirge geleitet, um die Täler zu fluten. Lediglich die Gebete der frommen Rhöner hätten ihn von seinem Plan abgehalten. Ganz so war es jedoch nicht. Das Rote und das Schwarze Moor sind in der letzten Eiszeit als Regenmoor entstanden. Und das Klima ist auch heute beinahe eiszeitlich: die Jahresmitteltemperatur liegt fünf Grad tiefer als im Bundesdurchschnitt.

In den Rhöner Hochmooren kann man sich von ihrer einzigartigen Landschaft verzaubern lassen. Hier wachsen Wollgras, Sonnentau und Moosbeere genauso wie Birke und Sal-Weide. Und wenn die Heide im August und September blüht, färben Millionen Blüten die Landschaft lila. Nicht nur dann ist der Blick von den Aussichtstürmen eine Augenweide.

Wer Tagestouren oder Trails bevorzugt, kann das Rote Moor auf das Extratour Rotes Moor und dem HOCHRHÖNERexterner Link queren. Regelmäßig finden von Ehrenberg aus naturkundliche Führungen mit einer Rhönschäferin oder von Gersfeld aus mit Rangern des UNESCO-Biosphärenreservats statt. Termine finden Sie auf der Internetseiteexterner Linkdes Biosphärenreservat. Im Haus am Roten Moorexterner Link bekommt man nicht nur Infos zur Geschichte des Roten Moor, sondern auch einen Imbiss. Rhöner Spezialitäten wie Lammbratwurst und Spatzeklöß' stehen auf der Speisekarte. Im Winter verwandelt sich das Rote Moor in ein beliebtes Langlaufzentrum. Startpunkt der Loipe mit insgesamt fünf Rundkursen ist der Parkplatz Moordorf an der B278. 

Der Bohlenweg durch das Schwarze Moor führt von einer Informationstafel zur nächsten. Hier erfährt man viel Wissenswertes über die Moorlandschaft, die übrigens am Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen zu den besterhaltenen in Europa zählt. Denn hier wurde, anders als im Roten Moor, kaum Torf abgebaut. Am Lehrpfad kann man sogar in einem Moorbecken ein Fußbad nehmen. Das Schwarzen Moor liegt unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Von der Informationsstelle des UNESCO- Biosphärenreservatexterner Linkam Parkplatz erreicht man in nur wenigen Minuten zu Fuß einen alten Grenzwachturm der ehemaligen DDR, der sich wie ein Mahnmal über die Landschaft streckt. Informationstafeln geben Auskunft über die Grenzanlagen am Grünen Band.

 

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