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Kirchenburg in Ostheim (Historische Stätte)
  15. Jh. bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Gut erhaltene Bauernburg



In Ostheim vor der Rhön steht eine der am besten erhaltenen Kirchenburgen Deutschlands. Die Kirchenburg befand sich im Mittelalter am höchsten Punkt der Stadt. Da die Festung innerhalb der Stadt lag und der gesamten Bevölkerung diente, wird sie auch Bauernzitadelle genannt. Die Kirchenburg ist erstmals 1410 erwähnt. An Stelle der heutigen,1615 bis 1619 erbauten, evangelischen Stadtkirche stand zu jener Zeit ein gothischer Vorgängerbau, dessen Teile im Chorturm der Renaissancekirche mitverarbeitet wurden.



Schutz für die Bevölkerung



Die viereckige Kirchenburg mit doppelten Mauern, einem tiefen Graben und fünf Türmen bot bei Angriffen und Belagerungen Zuflucht für die Bevölkerung – sie gilt als größte Bauernburg Deutschlands. Sie war nur durch ein Torhaus an der Südostecke zugänglich. Mit 72 Kellern und 66 Gaden (einräumige Häuser auf den Kellern) innerhalb des Mauerrings, konnte die Bevölkerung auch längeren Belagerungen standhalten. Das massive Torhaus mit Bohlentor von 1622 und die Steinklauen für ein Fallgatter, veranschaulichen, warum die Burg bis zur Einführung schwerer Geschütze als uneinnehmbar galt.



Wertvolle Renaissance-Kirche



Das Kernstück der Kirchenburg ist die dreischiffige Hallenkirche, die ab Ende des 16. Jahrhunderts entstand und ihr heutiges Aussehen 1616-19 erhielt. Die Bemalung der hölzernen Tonnendecke mit einer Szene aus der Apokalypse stammt vom Meininger Künstler Nikolaus Storant. Eine Art Altartableau an der Südwand enthält spätgotische Teile aus dem Altar der gothischen Vorgängerkirche: Eine plastische Abendmahlsszene und eine Kreuzigungsgruppe (von einem unbekannten fränkischen Meister).Sehenswert sind zudem die Steinkanzel mit nachgotischen Verzierungen, der Taufstein, mehrere Bildnisgrabsteine ansässiger Adelsfamilien und die barocke Orgel mit zwei Manualen und insgesamt 37 Registern. Die Kriegergedächtniskapelle vor dem rechten Seitenschiff gestaltete 1965 Bildhauer Karl Hornung-Bergthem.




Museum "Lebendige Kirchenburg"



In den Mauern der Kirchenburg ist ein zweiteiliges Museum entstanden: Das Kirchenburgenmuseum im Steinernen Gaden (Dauerausstellung zu Kirchenburgen Unterfrankens und Südthüringens) und das Kulturzentrum Kirchhofschule (Wechselausstellungen mit unterschiedlichsten Inhalten).
Öffnungszeiten in der Regel: Fr.-Mo. 14.30 - 17.00 Uhr, Eintritt Erwachsene: 1,00 Euro

 
Internet

Kirchenburg Ostheim online
 
Lebendige Kirchenburg
 

 
Quellen:

Hans Kleiner: Burgenland Rhön. Mittelalterliche Militärbauten unserer Heimat. Rhönwacht 1/2 1983.
 
HB-Kunstführer. Fulda und die Rhön. Hamburg 1994.
 
Text von Renate Remde nach Thomas Witter/Günther Wölfing: Auf den Spuren der Henneberger. und Karl Treutwein. Unterfranken.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Kirchenburg Ostheim. Zustand vor 1911.
Quelle: Ausschnitt aus einem Stich eines Unbekannten. Hennebergisches Museum Kloster Veßra.
Orte (www.rhoen.de)
Ostheim v.d. Rhön
Anlagen
Kirchenburg in Ostheim
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