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Gräberfeld der Hallstattzeit von Sondheim/Rhön (Historische Stätte)
  800  v.Chr.bis 450  v.Chr.
 
  Beschreibung

Die ersten bekannten Grabungen bei dem Gräberfeld wurden schon im Jahr 1832 durch den damaligen Pfarrer Recknagel aufgrund denkmalschützerischer Überlegungen durchgeführt. Den Anstoß hatte eine amtliche Veröffentlichung gegeben, in der König Ludwig I. von Bayern den Wunsch aussprach, dass für die Erhaltung und Sammlung von Altertümern das Möglichste getan werde. An den Hügeln war schon zuvor oberflächlich und dilettantisch gegraben worden. Pfarrer Recknagel beschloss gründlich nachzugraben, um zu verhüten, dass „unvorsichtige Menschen“ die „Merkwürdigkeiten“ zerstörten.

Der Pfarrer ließ wenigstens drei Hügel öffnen. In einem Grab stieß er auf eine Urne, über die quer ein Schwert von mehr als 90 cm Länge gelegt worden war. Weitere bedeutende Funde waren ein zweites Schwert, die aus Bronze gefertigte Spitze einer Schwertscheide (Ortband) und ein vollständig erhaltenes Toilettebesteck. Ferner wurden Gewandnadeln und Keramik geborgen. Zwei eiserne Hiebmesser stammten von einer Nachbestattung der Frühlatènezeit.

Das ursprünglich aus etwa 10 Hügeln bestehende Gräberfeld wurde in der Folgezeit dennoch von „unvorsichtigen Menschen“ heimgesucht. Um die Reste zu retten ließ 1882 der Jenaer Professor Friedrich Klopffleisch die zwei verbliebenen Hügel ausgraben. Die bedeutenden Keramikfunde nahm er mit nach Jena.

Der größte Teil des zerwühlten Gräberfeldes verschwand 1975 beim Straßenbau. Zuvor erfolgten Nachuntersuchungen. Dabei konnte ein „armes“ Grab zwischen den Hügeln entdeckt werden. Es enthielt nur eine kleine Urne mit Deckschale. Der interessanteste Fund war ein stark gebauchtes, rot gefärbtes und schwarz bemaltes Tongefäß der späten Hallstattzeit. Es handelt sich um Importkeramik aus dem Südwesten.

Wie öfter im südlichen Rhönvorland bestanden die Steinpackungen der Gräber aus verschiedenen Gesteinen: Muschelkalksteinen aus der Umgebung sowie Bundsandsteinen und Basaltgeröllsteinen, die erst aus größerer Entfernung herangeschafft werden mussten. Aus den Steinen wurde zum Abschluss der Maßnahme ein Erinnerungshügel aufgehäuft.
  Bedeutung

Das Schicksal dieses Gräberfeldes ist in vielem typisch für Grabanlagen der Hallstattzeit. Dies betrifft sowohl das frühe Interesse als auch die mehrfachen Grabungen und die Zerstörungen durch so genannte „Grabräuber“.

 
Lesen

Kossack, Georg, Gräberfelder der Hallstattzeit an Main und Fränkischer Saale, Kallmünz 1970, S. 13 - 28
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Quellen:

Vorzeit. Spuren in Rhön-Grabfeld, hrsg. vom Verein für Heimatgeschichte e. V. Königshofen, Bad Königshofen 1998
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 AutorIn Birgit Schmalz
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Orte (www.rhoen.de)
Sondheim v.d. Rhön
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