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"Burg der alten Garde" und Thingstätte auf dem Katzenstein (Historische Stätte) |
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1934
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Gegenwart
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Beschreibung
Ehrenburg und Kultstätte
Die Nationalsozialisten beschlossen 1934 eine ihrer Thingstätten in der thüringischen Rhön zu errichten. An diesen „neugermanischen“ Kultstätten, von denen in den frühen Jahren der NS-Herrschaft etwa 40 entstanden, sollte die altgermanische Thingtradition, d.h. das Abhalten von Volksversammlungen wiederbelebt werden. Dabei sollte, so die Propaganda, „auf die letzten völkischen Urgründe eines echten deutschen Kults“ zurückgegriffen werden, um „das deutsche Volk auf einer gemeinsamen geistigen Basis zu vereinigen.“ Als Ort wurde der Katzenstein ausgewählt. Dort sollte zugleich eine „Ehrenburg für die ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung in Thüringen“ entstehen, wie die „Jenaische Zeitung“ vom 16.06.1934 berichtete. Gemeint war damit ein 100 Zimmer umfassendes Erholungsheim für die ältesten, d.h. am längsten der Partei zugehörigen, NSDAP-Mitglieder, das auch als „Burg der alten Garde“ bezeichnet wurde. Die „Feste“ wurde vermutlich seit 1935 errichtet, 1937 fertiggestellt und als „Krönung der Arbeiten für die Rhönbevölkerung“ im Rahmen des Marschler-Planes gefeiert. 1000 Parteigenossen, eingeteilt in 10 Fähnlein mit je einem Führer, sollten in einem Saal verewigt werden. Auch das Gelände für die Thingstätte sollte an die „alten Kameraden“ als Erbpächter übergehen. Zudem war ein Internat geplant, indem die Kinder der Parteielite nach nationalsozialistischen Grundsätzen erzogen werden sollten.
Landwirtschaftliches Musterprojekt
Von Katzenstein aus blickte man auf ca. 2000 ha Land herab, auf dem ein Teil der Erb- und Musterhöfe in Thüringen entstehen sollten. Der Reichsarbeitsdienst bereinigte also die sogenannte Katzensteinhut bei Zella im Rahmen des Aufbauplans für die thüringische Rhön von Steinen, von denen ein Teil wiederum zum Bau der Gebäude verwendet wurde. Die „Burg“ auf dem Katzenstein ist ebenso wie Teile des dazugehörigen Erb- und Musterhofes aus Rhönbasalt gemauert. Der Erbhof, heute nahe der Straße Richtung Theobaldshof gelegen, sollte mit Hilfe von Schaf-, Schweine- und Kuhhaltung sowie 2 Gärten die Versorgung der Erholungssuchenden sichern. Auf 30 ha Acker- und Hutfläche wollte Ministerpräsident Marschler beweisen „daß auch in der Rhön unter schwierigen Verhältnisse eine lohnende Landwirtschaft möglich“ sei. Durch einen Viehbestand von 50-60 Tieren und Anbau von Getreide und Gemüse sollte der Katzenstein inklusive Burggaststätte nahezu eigenständig wirtschaften können. Eine Reihe von Wirtschaftsanlagen, die um das Burggelände herum geplant waren, sollten zudem Zuflucht für Wanderer bieten. In der Nähe der „Burg“ entstanden Reitwege und Anlagen zum Springreiten.
Ideen von kurzer Dauer
Der Marschler-Plan zum Rhönaufbau verlor angesichts „kriegswichtiger Angelegenheiten“, etwa der Erfüllung landwirtschaftlicher Produktionsvorgaben, seit 1939 an Bedeutung. Die Umsetzung der zahlreichen Pläne wurde auf die Zeit nach dem „Endsieg“ verschoben, zu dem es nie kommen sollte. Die Thingstätte auf dem Katzenstein wurde 1945 geschleift, das Gebäude selbst fiel dem nächsten Unrechtsstaat in die Hände und wurde bis 1989 von der Stasi genutzt. Heute befinden sich dort eine Gaststätte und ein Hotel. Der dazugehörige Hof wird noch heute bewirtschaftet und ist als „Erbhof“ bekannt.
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Internet
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| | Quellen:
 | http://www.sino.uni-heidelberg.de/students/tjuelch/Heiligenberg/Thingstaette.htm | | | |
 | Hohmann, Joachim S.: Landvolk unterm Hakenkreuz : Agrar- u. Rassenpolitik in der Rhön. Ein Beitrag zur Landesgeschichte Bayerns, Hessens und Thüringens. Frankfurt/M. 1992. Bd.1. | | | |
 | www.wikipedia.de | | | |
| | | AutorIn Anne Krenzer |
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Kommentare
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| Erbhof in der Nähe des Katzensteins. |
| Quelle: Fotografie von Anne Krenzer. |
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| Katzenstein, ehemaliges Erholungsheim für NSDAP-Mitglieder. |
| Quelle: Fotografie von Anne Krenzer. |
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