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Johann Peter Herrlein
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

(28. August 1722 Münnerstadt – Saal an der Saale 25. Februar 1799)

Als ältester Sohn des Bäckers und späteren Fassmalers Johann Herrlein (1702-1766) und Anna Justina in Münnerstadt geboren, zieht die Familie 1732 nach Kleinbardorf im Grabfeld. Neben Johann Peter ergreifen auch die beiden Brüder Johann Andreas Herrlein (1723-1796) und Andreas Herrlein (1738-1817) das Malerhandwerk.
Nach den Anfängen in der Werkstatt seines Vaters und den befreundeten Münnerstädter Malern Johann Kaspar Henneberger, Hans Georg Köhler und Eberhard Wirth. Eine erwähnte Ausbildung in Wien ist dagegen nicht gesichert, Aufenthalte in Italien oder München und Augsburg sind aber anzunehmen.
Als früheste erhaltene Arbeit Herrleins kann ein Altarblatt des Hl. Wendelin in der Kirche von Leutershausen (1742) genannt werden. Ungewöhnlich ist auch das in Rembrandtmanier gefertigte Bildnis des Pythagoras (1747) im Henneberg-Museum Münnerstadt.
Am 5. Mai 1749 heiratet Johann Peter in Kleineibstadt die Müllerstochter Katharina Först (1725-1772). Aus der Ehe gehen sechs Söhne und drei Töchter hervor. Eine zweite Ehe 1781 mit der verwitweten Barbara Glückler in Kleineibstadt im fortgeschrittenen Alter bleibt kinderlos.
Die Begegnung mit dem Maler Georg Anton Urlaub (1713-1759), der in Ipthausen, Merkershausen und Eyershausen arbeitet, zeigt sich in den ersten Deckenmalereien Herrleins ab 1750. Häufig arbeitet er dabei zusammen mit dem Kunstschreiner Weber aus Arnstein und dem Bildhauer Johann Joseph Kessler, später auch Johann Caspar Hippeli (1716-1783) aus Neustadt, Caspar Häusinger (1722-1795) aus Großeibstadt und Karl Albert (1743-1819) aus Gabolshausen. Auch die Stuckatorenfamilie Hellmuth arbeitet häufig eng mit Herrlein zusammen. Vergeblich bemüht er sich 1757 um eine Anstellung neben seinem Bruder Johann Andreas am Fuldaer Hof. Nach dem überraschenden Tod Georg Anton Urlaubs 1759 gehen zahlreiche Aufträge im nordöstlichen Unterfranken an den nun hochgeschätzten Maler. Seine Fresken beeindrucken durch Illusionsmalerei bei der Architekturwiedergabe, wie auch durch überirdisch entrückte Darstellungen im Himmel. Seinem unverwechselbaren Kolorit aus eher dunklen Farben bleibt Herrlein zeitlebens treu. Neben den Kirchenausmalungen fertigt er zahlreiche Altarbilder und Kreuzwegstationen.
1799 stirbt Johann Peter Herrlein bei seinem Sohn Andreas in Saal an der Saale.

Werksverzeichnis (Arbeiten in der Rhön):
Vermutlich als Gehilfe seines Bruders Johann Andreas in Eltingshausen tätig (1746); Deckenbilder oder Wandmalereien: in Wargolshausen 1756 / Rödelmaier 1763 / Eyershausen 1764 / Alsleben 1764 (zerstört) / Großwenkheim 1768 / Wülfershausen 1772 / Sondheim vor der Rhön 1775 / Althausen 1776 / Obereßfeld 1777 / Merkershausen 1777 / Kleinbardorf 1781 / Saal an der Saale 1784.
Altarblätter: in Sulzfeld 1756 / Eyershausen 1761 und 1764 / Großwenkheim 1769 / Hendungen 1780 / Rottershausen 1782 / Oberelsbach 1786.
Kreuzwegstationen: in Untereßfeld bis 1761 / Premich 1772-73 / Brendlorenzen 1777.
Gemälde in Fulda 1757 / Heiliges Grab in Kleineibstadt 1764 / Emporenbrüstung in Herpf 1772-73 und Sondheim vor der Rhön 1775 / Leinwandbilder auf Fahnen in Untereßfeld 1784-85.
Weitere Arbeiten in den Landkreisen Main-Spessart, Hassberge und Schweinfurt.
  Bedeutung

Würdigung:
Als Maler von Deckenbildern in seiner fast ausschließlich kirchlichen Arbeit ist Johann Peter Herrlein einer der führenden Künstler Unterfrankens des 18. Jh. Vor allem in den Kirchen des Grabfelds setzt er mit seinen Bildern einen unverwechselbaren Akzent. Dabei scheut er auch vor Aufträgen in evangelischen Kirchen des damals thüringischen Sondheim vor der Rhön und Herpf nicht zurück. Ein höchst seltenes Beispiel ist auch sein Heiliges Grab für Kleineibstadt, heute als Leihgabe in den Kunstsammlungen der Würzburger Diözese.
Wenn auch die Bekanntheit Herrleins durch seine Arbeit abseits der großen Kunstzentren zu Wünschen übrig lässt, so überzeugt doch der Besuch in von ihm ausgemalten Kirchen wie Rödelmaier, Großwenkheim oder Kleinbardorf vom herausragenden Können des Malers.


 
Lesen

Heinrich Mehl, Kirchen und Kapellen in Rhön-Grabfeld, Fulda 1979.
 
Annette Faber, Johann Peter Herrlein (1722-1799). Ein ländlicher Kunstbetrieb in Franken, Würzburg 1996.
 
 
Quellen:

Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Bayern I: Franken, 2. ergänzte Auflage, München 1999.
 (auch: Thüringen, München 1998, zu Herpf).
Thieme/Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 16, Leipzig 1923 (Nachdruck 1999), S. 546f.
 

 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Letztes Abendmahl, Kreisgalerie Mellrichstadt
Quelle: schaelow-weber 2006
Signatur Johann Peter Herrlein, Deckenfresko in Sondheim
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Althausen/Grabfeld
Eyershausen
Großwenkheim
Herpf
Kleinbardorf
Kleineibstadt
Merkershausen
Münnerstadt
Obereßfeld
Rödelmaier
Sondheim v.d. Rhön
Wargolshausen
Wülfershausen
Erleben
Museen
Henneberg-Museum, Münnerstadt
Kreisgalerie Mellrichstadt
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