 | Mellrichstadt (Ort) | | | | | | Beschreibung
Funde in der Flurabteilung »Fröschloch« zeugen davon, dass hier schon zur Hallstattzeit Menschen siedelten.
Schon um 700 mag die Martinskirche erbaut worden sein, die im Jahre 770 König Karlmann dem Bistum Würzburg übereignete. 1031 schenkte Kaiser Konrad dem Würzburger Bischof Mainhard einen Wildbann bei Mellrichstadt. Von der erbitterten Schlacht, die im Jahre 1078 zwischen Heinrich IV. und seinem Gegenkönig Rudolf von Schwaben auf dem Gelände südlich der Stadt geschlagen wurde, erzählt noch heute der Flurname »Blutgraben«. Das älteste Stadtsiegel aus dem Anfang des 13. Jhs. zeigt bereits einen Teil der Stadtmauer mit drei Türmen. Schon damals war Mellrichstadt Besitz des Hochstifts Würzburg und blieb es - obschon mehrmals verpfändet und wieder eingelöst - durch die Jahrhunderte. Bürger aus Mellrichstadt kämpften im Jahre 1400 auf der Seite des Städtebundes in der Schlacht von Bergtheim gegen Bischof Gerhard. 1525 stand die Stadt auf der Seite der Bauern, wie das blutige Strafgericht Bischof Konrads auf der Cent von Mellrichstadt beweist. 1496 fielen große Teile der Stadt einem Brand zum Opfer. 1883 wurde in Mellrichstadt eine Malzfabrik erbaut. Nach dem II. Weltkrieg entstanden Schwimmbad, Jugendheim und moderne Schulgebäude. Ab 1960 bekam Mellrichstadt als Garnison der Bundeswehr neuen wirtschaftlichen Auftrieb.
Die katholische Stadtpfarrkirche stammt in ihren Ost-Teilen aus dem späten 13. Jh. Die katholische Spitalkapelle (1356, ren. 1585 und 1612) birgt neben einem Hochaltar von 1760 eine ganze Reihe ausgezeichneter Holzfiguren. Die Marienkapelle auf dem Großenberg wurde in gotischer Zeit unter Einbeziehung von Bauteilen des 13. Jhs. errichtet.
Von der alten Stadtbefestigung ist der Mauergürtel des 14. Jhs. noch fast vollständig erhalten und begehbar, imposant ist der Eindruck auf der Westseite zur Streu hin. Die beiden Stadttore wurden im 19. Jh. eingelegt, nur beim oberen Tor (Norden) stehen noch Reste der flankierenden Rundtürme. An der Nordost-Ecke des Berings erhebt sich der wohlerhaltene Bürgerturm, dem die Barockzeit eine Kuppelhaube aufsetzte. Schloss und Amtskellerei sind heute Behördensitz; der Hauptbau mit seinen Treppengiebeln entstand 1512 und zeigt am Hofportal das Wappen des Fürstbischofs Lorenz v. Bibra; der Südflügel ist 200 Jahre jünger. Im Salzhaus zeigt das Heimatmuseum seine Sammlung zur Stadtgeschichte. Für Wechselausstellungen wurde eine Kreisgalerie eingerichtet.
| | | Quellen:
 | Karl Treutwein | | | Unterfranken
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| | | AutorIn Renate Remde | | |  |
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