 | Buchenwälder: Verantwortung der Rhön (Flora & Fauna) | | | | | | Beschreibung
Buchenwälder beherrschten einst und prägen noch heute die Wälder der Rhön im Zentrum "Buchoniens", dem Kernverbreitungsgebiet der Rotbuche in Mitteleuropa. Jahrtausende lang diente der Buchenwald dem Menschen als Nahrungs-, Brenn- und Baustofflieferant. Heute zählen natürlich ausgebildete Buchenwälder zu den gefährdeten Lebensräumen Europas. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung für deren Erhaltung und nachhaltige Nutzung. Im Biosphärenreservat Rhön sind sogenannte "Kernzonen" ausgewiesen, in denen sich ohne menschliche Nutzung Urwälder von Morgen entwickeln. Die Erkenntnisse aus der natürlichen Dynamik in Rotbuchenwäldern sollen in die naturnahe Forstwirtschaft einfließen. Buchenwälder beherbergen über 4.200 Pflanzenarten, davon allein 3300 Pilzarten. Ein Fünftel der in unseren Breiten landlebenden Tierwelt ist hier anzutreffen, davon allein 5.000 Insektenarten. Totes Buchenholz verschiedener Stärke ist für 1350 Käferarten Lebensraum. Auf der Fläche von einem Hektar (Größe eines Fußballfelds) leben rund 4 Millionen Regenwürmer im Waldboden, die mit vielen weiteren Humusbildnern den Nährstoff- und Energiekreislauf des Waldes in Gang halten.
Buchenwaldtypen: Von arm bis reich Aufgrund der verschiedenen Ausgangsgesteine Buntsandstein, Muschelkalk und Basalt, die in der Rhön abwechselnd anstehen, und den daraus hervorgehenden Bodentypen unterscheiden sich die Buchenwälder der Rhön kleinräumig. Auf den nährstoffarmen, sauren Sandböden in der Vorderrhön wächst ein durch die Hainsimse geprägter, an Kräutern armer Buchenwald. Auf nährstoff- und basenreichem Basalt oder Muschelkalk sind es krautreiche Waldmeister-, Waldgerste- oder Orchideen-Buchenwälder. Ihnen sind von Natur aus weitere Baumarten wie Esche, Ahorn, Ulme, Linde oder Kirsche beigemischt. Frühblüher wie Lerchensporn und Buschwindröschen blühen bereits vor dem Blattaustrieb der Buche, der Bärlauch überzieht große Hänge im Kalkbuchenwald. Die großen Buchenwaldkomplexe z.B. rund um den Bieberstein zählen zu den artenreichen Orchideen-Buchenwäldern, während der urwaldartige, kräuterreiche Zahnwurz-Buchenwald an der Milseburg auf Phonolithgestein wächst. | | | AutorIn Joachim Jenrich | | |  |
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| Buchenwald |
| Quelle: Joachim Jenrich |
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