 | Trappstadt (Begriffserläuterung) | | | | | | Beschreibung
1269 wird Trappstadt erstmals urkundlich erwähnt. Ein Conradus de Trappstat urkundet als Mönch im Kloster Theres. Das Gemeindewappen, den Vogel Trappe darstellend, ist ein sogenanntes „redendes Wappen“.
1317 wird Trappstadt in einem Henneberger Güterverzeichnis genannt. Unter den Grafen von Henneberg wird auch das Alte Schloss - ein rechteckiger zweigeschossiger Renaissancebau - als Amtssitz errichtet.
1453 ist eine eigene Pfarrei Trappstadt erstmals bezeugt. Zuvor gehört der Ort zur Urpfarrei Untereßfeld. Schon in jenen Jahren befindet sich ein Gotteshaus in der Gemeinde. 1509 gründen Junker Balthasar von Truchseß und seine Gemahlin Elisabeth in Trappstadt die Sankt-Anna-Bruderschaft, die nach Erlöschen in der Reformationszeit 1677 wieder auflebt. Noch heute erinnert das Annafest an das Wirken der Bruderschaft, deren Mitgliedereintragungen 1951 enden.
1524 sind in einer Dorfordnung 12 Grundherren in Trappstadt aufgeführt. Trappstadt ist in vier sogenannten Ganerbenanteile unterteilt: einen Henneberger, Kloster Theresischen, Kloster Veilsdorfer und von Schottschen Anteil. 1525 wird ein Schloss der Schott von Schottenstein in Trappstadt durch den Bamberger Bauernhaufen niedergebrannt.
1544 hat sich die Lehre Martin Luthers in der Gemeinde durchgesetzt, doch schon 1808 erfolgt unter Gegenreformator Echter eine Rekatholisierung.
1599 schließen die sächsischen Herzöge und der Würzburger Bischof Julius Echter in Trappstadt den sogenannten „Trappstädter Vertrag“, in dem u.a. Grenzstreitigkeiten zwischen den Nachbarn geregelt werden.
1700 wird neben dem vorhandenen Schloss ein zweiflügeliger Ansitz - eine einfache Spätbarockanlage - errichtet.
1711-15 wird ein neues Gotteshaus, dem heiligen Burkard geweiht, erbaut.
1778 wird Trappstadt das Marktrecht verliehen. Vier Jahr- und dazu vier Viehmärkte dürfen fortan abgehalten weren.
1898 leben in Trappstadt 60 jüdische Mitbürger, die eine Synagoge besitzen.
1914 wird in der Gemeinde eine „Pfründer- und Kinderbewahranstalt“ eingerichtet, die der gebürtige Trappstädter Nivard Kirchner, Kommerzienrat in Hamburg, stiftet.
1990 wird die Wiedervereinigung Deutschlands am Grenzübergang Trappstadt/Eicha groß gefeiert. Ein „Eiserner Vorhang“ riegelte Trappstadt nahezu ein halbes Jahrhundert von seinem natürlichen Hinterland ab. Alte Verbindungen leben wieder auf.
| | | Quellen:
 | Reinhold Albert, Heimat- und Archivpfleger des Landkreises Rhön-Grabfeld | | | |
| | | AutorIn Renate Remde | | |  |
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